In Wirklichkeit aber ist kein Ich, auch nicht das naivste, eine Einheit,
sondern eine höchst vielfältige Welt,
ein kleiner Sternenhimmel, ein Chaos von Formen,
Stufen und Zuständen, von Erbschaften und Möglichkeiten.
Hermann Hesse, Der Steppenwolf

 

Aufstellungen bieten Zugang zu tieferliegenden Schichten unseres Seins und Bewusstseins ebenso wie zu gewissermaßen "höherliegenden" oder zukunftsgerichteten. Sie führen auf sehr unmittelbare Weise zu bisher verborgenem Wissen und zu manchmal überraschenden Klärungen einer Fragestellung oder eines Problems. Bekanntermaßen zeigt sich in den klassischen, den systemischen Aufstellungen unsere Verbundenheit mit anderen Menschen, vor allem innerhalb unserer Familiensysteme. Systemisch zeigt sich auch die Dynamik unserer inneren Instanzen und Schichten. Im biografischen Aufstellen bewegen wir uns auf unserer persönlichen Zeitlinie und beziehen ganz neu das Element des Zuküftigen mit ein, so dass Linien und Dimensionen von Sinnhaftigkeit, Eigen-Sinn und Lebens-Sinn auf neue Weise in Wahrnehmung und Erleben rücken.

Im Gruppensetting stehen Teilnehmer für Personen aus dem Familiensystem oder in Positionen einer anderen Fragestellung eines Protagonisten, der ein Anliegen hat. Es ist eindrucksvoll, faszinierend und oft berührend zu erleben, wie fremde Menschen in stellvertretenden Positionen im Raum präzises Wissen aus dem Innersten unserer Familiensysteme, aus dem Innern eines anderen Menschen, aus einer abstrakten Instanz oder verschiedenen Stationen einer Biografie aussprechen.

In der Gruppe geschieht jede Übernahme einer Stellvertretung freiwillig und kann auch abgelehnt werden.

Fruchtbar sind Aufstellungen auch im Einzelsetting! Statt Personen im Raum aufzustellen, nutzen wir Platzhalter: Kissen, Papierbögen oder auch Schuhe. Auf diese Platzhalter stellen wir uns und spüren, welches Wissen über den Körper vermittelt wird. Es gibt eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten.