In Wirklichkeit aber ist kein Ich, auch nicht das naivste, eine Einheit,
sondern eine höchst vielfältige Welt,
ein kleiner Sternenhimmel, ein Chaos von Formen,
Stufen und Zuständen, von Erbschaften und Möglichkeiten.
Hermann Hesse, Der Steppenwolf

 

Aufstellungen bieten Zugang zu tieferliegenden Schichten unseres Seins und Bewusstseins ebenso wie zu gewissermaßen "höherliegenden" oder zukunftsgerichteten. Sie führen auf sehr unmittelbare Weise zu bisher verborgenem Wissen und zu manchmal überraschenden Klärungen einer Fragestellung oder eines Problems. Bekanntermaßen zeigt sich in den klassischen, den systemischen Aufstellungen unsere Verbundenheit mit anderen Menschen, vor allem innerhalb unserer Familiensysteme. Systemisch zeigt sich auch die Dynamik unserer inneren Instanzen und Schichten. Im biografischen Aufstellen bewegen wir uns auf unserer persönlichen Zeitlinie und beziehen ganz neu das Element des Zuküftigen mit ein, so dass Linien und Dimensionen von Sinnhaftigkeit, Eigen-Sinn und Lebens-Sinn auf neue Weise in Wahrnehmung und Erleben rücken.


Indem eine innere oder äußere Konstellation sich zeigen darf,  setzt sie sich - begleitet, beschützt und ermutigt durch die fragende Aufmerksamkeit der Leitung  - vor unseren Augen in lösende Bewegung. Aus Enge kann Weite entstehen, aus Lähmung Handlungskraft, aus Trauer Lebens-Bejahung, aus Isolation Verbundenheit. Bei der Aufstellung von biografischen Elementen werden Sinnspuren sichtbar, Gegenwärtigkeit stärkt sich, wir stehen und gehen auf festerem Boden mit klarerem Blick für das Wesentliche.