In Wirklichkeit aber ist kein Ich, auch nicht das naivste, eine Einheit,
sondern eine höchst vielfältige Welt,
ein kleiner Sternenhimmel, ein Chaos von Formen,
Stufen und Zuständen, von Erbschaften und Möglichkeiten.
Hermann Hesse, Der Steppenwolf

 

Aufstellungen bieten Zugang zu tieferliegenden Schichten unseres Seins und Bewusstseins ebenso wie zu gewissermaßen "höherliegenden" oder zukunftsgerichteten. Sie führen auf sehr unmittelbare Weise zu bisher verborgenem Wissen und zu manchmal überraschenden Klärungen einer Fragestellung oder eines Problems. Bekanntermaßen zeigt sich in den klassischen, den systemischen Aufstellungen unsere Verbundenheit mit anderen Menschen, vor allem innerhalb unserer Familiensysteme. Systemisch zeigt sich auch die Dynamik unserer inneren Instanzen und Schichten. Im biografischen Aufstellen bewegen wir uns auf unserer persönlichen Zeitlinie und beziehen ganz neu das Element des Zuküftigen mit ein, so dass Linien und Dimensionen von Sinnhaftigkeit, Eigen-Sinn und Lebens-Sinn auf neue Weise in Wahrnehmung und Erleben rücken.


Indem eine innere oder äußere Konstellation sich zeigen darf,  setzt sie sich - begleitet, beschützt und ermutigt durch die fragende Aufmerksamkeit der Leitung  - vor unseren Augen in lösende Bewegung. Aus Enge kann Weite entstehen, aus Lähmung Handlungskraft, aus Trauer Lebens-Bejahung, aus Isolation Verbundenheit. Bei der Aufstellung von biografischen Elementen werden Sinnspuren sichtbar, Gegenwärtigkeit stärkt sich, wir stehen und gehen auf festerem Boden mit klarerem Blick für das Wesentliche.

Zu meiner Arbeitsweise

Oft werde ich gefragt, ob ich "nach Hellinger" aufstelle. Eine Grundannahme der Aufstellungsarbeit ist das Würdigen der Ahnen: wir alle in dieser Arbeit haben Bert Hellinger als einen Urvater in der beruflichen Ahnenreihe und verdanken ihm wesentliche Forschungen und Grundlagen. Auch alle Kontroversen, Differenzierungen, Infragestellungen wären ohne ihn nicht möglich gewesen.

 

In meinem Arbeitsweise habe ich mich hingegen sehr weit von dem damals noch wesentlich autoritäreren Selbstverständnis einer Leitungsrolle entfernt. Ich verstehe mich als verantwortlich dafür, einen Raum des Vertrauens für alle Beteiligten bereitzustellen und zu halten. In der Ausrichtung schaue ich konsequent auf das, was Sinn macht, was trägt und Räume eröffnet, was stärkt und ermutigt - das, was in der Fachwelt als Lösungs- und Ressourcenorientierung bezeichnet wird.

Mein Stil ist sanft, behutsam, fragend, begleitend, präzise und präzisierend, Raum und Zeit gewährend, schützend, Halt und Orientierung gebend, geduldig, und auch Humor gehört hinein.